Angebot/Kurzbeschreibung:
Die Sprengung der Versöhnungskirche, die seit dem Mauerbau unzugänglich im Todesstreifen stand, verlieh der Bernauer Straße traurige Berühmtheit.
Auf dem Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer steht ein aus Lehm errichteter Rundbau. Er möchte vor allem eines sein: Ein spiritueller Ort.
Gewidmet ist der Bau den zahlreichen Todesopfern, die an der Berliner Mauer ums Leben kamen.
Anschrift:
Kapelle der Versöhnung
Bernauer Straße 4
10115 Berlin-Mitte
10115 Berlin-Mitte
Verkehrsanbindung:
U-Bahn:
U8 Bernauer Straße
Tram:
M10 Gedenkstätte Berliner Mauer
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Zielgruppe (m/w):
Alle
Telefon:
030 / 463 60 34
FAX:
Internet:
E-Mail:
Ansprechpartner/innen:
Kirchenhüter
Ausstattung:
- Altar
- Sitzgelegenheiten
- Buch der Biographien der Maueropfer
Voraussetzung/Nachweise:
Keine
Sonstige Information: Text übernommen von deren Website
Versöhnung im Schatten der Mauer
Architektur und Spiritualität zwischen Geschichte und Gedächtnis: Der Erinnerungsort Bernauer Straße als Lernort
Die Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße, auf der Grenze zwischen den Berliner Stadtteilen Wedding und Mitte gelegen, ist ein architektonisches Kleinod. Interessierte aus aller Welt besuchen sie allein wegen ihrer einzigartigen Gestaltung. Der puristische Stampflehmbau ist das Resultat eines partizipativen Prozesses, der maßgeblich inspiriert wurde durch die Mitglieder der kleinen Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde. Vor etwas mehr als zwei Jahrzehnten wurde die Kapelle auf dem ehemaligen Todesstreifen zwischen Ost- und West-Berlin errichtet: aus Holz und Lehm, zu zwei Dritteln aus den Bruchstücken der historischen Versöhnungskirche und auf den Fundamenten ihres großen neugotischen Vorgängerbaus, der im Januar 1985, nach mehrjährigen Verhandlungen zwischen Vertretern von Kirche und staatlichen Institutionen in West- und Ost-Berlin, gesprengt worden war.
Direkt auf der Grenze – zwischen dem sowjetischen und französischen Sektor – gelegen, war sie nach dem Mauerbau am 13. August 1961 unzugänglich geworden. Fotos und Filmaufnahmen von spektakulären Fluchten aus den Hauseingängen und Fenstern an der Bernauer Straße im Sommer 1961 und von dem Volkspolizisten Konrad Schumann, der kaum einhundert Meter entfernt, den ausgerollten Stacheldraht übersprang, sind Teil des kollektiven Bildgedächtnisses. Die zahlreichen, den Kirchenbau flankierenden Häuser an der Bernauer Straße, wurden im Laufe der Jahre geschliffen und lediglich ihre Fassaden blieben noch bis in die 1980er Jahre hinein als Teile der Grenzanlagen erhalten.